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HPP-Bestehen

Mündliche HPP-Prüfung: Ablauf, Dauer & Prüferrollen

Die mündliche Überprüfung vor dem Gesundheitsamt ist die zweite und für viele Prüflinge die gefürchtetere Hürde auf dem Weg zur Heilpraktiker-Erlaubnis für Psychotherapie. Dieser Überblick zeigt, wie sie abläuft, wer in der Kommission sitzt und worauf die Prüfer:innen besonders achten.

Stand: 18. April 2026 · Quellen: § 2 Durchführungsverordnung zum HeilprG, Landesrecht der Gesundheitsämter, Prüfungsprotokolle einschlägiger Fachverbände.

Dauer

ca. 20–60 Minuten

je nach Amt und Gruppengröße

Gruppengröße

meist 1–4 Prüflinge

einzeln oder in kleiner Gruppe

Prüfungskommission

Amtsarzt + Beisitz

oft ärztliche oder HPP-Beisitzer:innen

Nach der schriftlichen

in der Regel 2–8 Wochen

Einladung kommt postalisch

Die sechs Phasen der mündlichen Prüfung

Die Ausgestaltung variiert zwischen den Ämtern, das Grundmuster ist aber bundesweit ähnlich.

  1. 1

    Einladung & Termin

    Wer die schriftliche Überprüfung besteht, wird vom zuständigen Gesundheitsamt postalisch zur mündlichen Überprüfung geladen. Der Termin ist meist nicht verschiebbar — bei Krankheit zählt das Attest.

  2. 2

    Ankunft & Aufruf

    Vor Ort erfolgt die Identitätsprüfung. Bei Gruppenprüfungen warten die Prüflinge gemeinsam im Vorraum und werden einzeln oder gemeinsam in den Prüfungsraum gebeten.

  3. 3

    Eröffnung & Motivationsfrage

    Häufig eröffnet der Amtsarzt mit einer offenen Frage: Wieso möchten Sie als HPP arbeiten? Was ist Ihr geplanter Tätigkeitsschwerpunkt? Kurze, strukturierte Antwort — kein Monolog.

  4. 4

    Fallvignette oder Themenblock

    Der Prüfling erhält eine Fallbeschreibung (z. B. Symptomkonstellation, Erstkontakt-Szenario) und soll strukturiert vorgehen: Was fällt auf? Welche Verdachtsdiagnose? Welche Differenzialdiagnosen? Welche Abklärung?

  5. 5

    Rechts- und Berufskunde

    Gezielte Fragen zum rechtlichen Rahmen: Was darf ein HPP, was nicht? Welche Gesetze sind einschlägig (HeilprG, PsychThG, BGB, PsychKG)? Wie ist das Vorgehen bei akuter Eigengefährdung?

  6. 6

    Verabschiedung & Ergebnis

    Die Kommission zieht sich kurz zurück. Das Ergebnis wird meist direkt im Anschluss mündlich eröffnet — bestanden, nicht bestanden, teils mit Begründung.

Was wird geprüft?

Nicht auswendig gelerntes Fachwissen, sondern strukturiertes Denken in diesen vier Themenfeldern.

Diagnostik & Differenzialdiagnose

Welche Störung passt, welche ähnliche Bilder müssen ausgeschlossen werden — und warum.

Notfall- und Gefährdungslagen

Umgang mit akuter Suizidalität, Fremdgefährdung, psychotischen Zuständen — inklusive Zuständigkeiten.

Rechtliche Abgrenzung

Was darf ein HPP behandeln, was gehört zum Arzt- oder Psychotherapie-Bereich? Aufklärungs- und Dokumentationspflichten.

Gesprächsführung & Transparenz

Wie wird ein Erstgespräch geführt, Auftrag geklärt, Grenzen der eigenen Kompetenz benannt?

Fünf typische Fallstricke

Muster, die laut veröffentlichten Prüfungsprotokollen regelmäßig zum Nichtbestehen führen.

  • Vorschnelle Verdachtsdiagnose

    Bevor Anamnese und Differenzialdiagnose durchdacht sind, landet eine vermeintlich sichere Hauptdiagnose im Raum. Prüfer:innen werten das meist als Kompetenzmangel.

  • Unklare rechtliche Einordnung

    Bei der Frage nach Unterbringung oder Kindeswohlgefährdung ohne Bezug zu HeilprG, PsychKG oder BGB zu antworten — ein typischer Durchfall-Auslöser.

  • Kein lautes Denken

    Die Kommission will den Denkprozess hören, nicht nur das Ergebnis. Wer still grübelt und dann ein Wort sagt, bekommt keine Teilpunkte.

  • Keine Gefährdungsabklärung

    Wird Suizidalität bei depressiver Symptomatik nicht aktiv erfragt, ist das in fast allen Ämtern ein K.-o.-Kriterium.

  • Grenzen der eigenen Rolle nicht benannt

    Prüflinge, die suggerieren, alles selbst zu behandeln, statt bei organischem Verdacht oder Kindeswohl zu überweisen, fallen regelmäßig durch.

Die mündliche Prüfung vorab durchspielen

HPP-Bestehen simuliert genau die Phasen, die in der mündlichen Überprüfung zählen: freie Anamnese mit KI-Patient:in, AMDP-Befund, Abschlussfragen der Prüfer:innen und ein differenziertes Feedback zu Diagnostik, Gefährdungsabklärung, Rechtswissen und Gesprächsführung.

  • 22+ Patientenfälle aus allen prüfungsrelevanten ICD-Kategorien
  • Prüfer-Abschlussphase mit realistischen Fragen und Bewertungsraster
  • Feedback auf genau die Dimensionen, die in der mündlichen zählen

Häufige Fragen

Wie lange dauert die mündliche HPP-Prüfung?

Die mündliche Überprüfung dauert in der Regel 20 bis 60 Minuten — abhängig vom Gesundheitsamt und davon, ob einzeln oder in einer Kleingruppe geprüft wird. Die Einladung des Amtes nennt meist einen groben Zeitrahmen.

Wer sitzt in der Prüfungskommission?

In der Regel der Amtsarzt oder eine amtsärztlich beauftragte Person als Vorsitz, ergänzt durch eine oder zwei beisitzende Personen — oft ein:e Ärzt:in, Psychotherapeut:in oder erfahrene:r Heilpraktiker:in für Psychotherapie. Die konkrete Besetzung regelt das jeweilige Landesrecht.

Wird einzeln oder in der Gruppe geprüft?

Beides kommt vor. Viele Ämter prüfen in Kleingruppen von zwei bis vier Personen, andere einzeln. In der Gruppe bekommt jede:r Prüfling eigene Fragen — es wird nicht kollektiv bewertet.

Was passiert, wenn ich die mündliche Prüfung nicht bestehe?

Wer die mündliche Überprüfung nicht besteht, muss sie wiederholen. Je nach Bundesland kann auch die schriftliche Überprüfung erneut abzulegen sein. Die Wiederholung ist in der Regel an den nächsten regulären Prüfungstermin gebunden — oft 6–12 Monate später.

Welche Themen werden am häufigsten abgefragt?

Der Schwerpunkt liegt auf Differenzialdiagnostik, Notfall- und Gefährdungslagen (insbesondere Suizidalität), rechtlichen Grundlagen (HeilprG, PsychKG, BGB-Betreuungsrecht) sowie der Abgrenzung der eigenen Rolle als Heilpraktiker:in für Psychotherapie gegenüber ärztlicher und psychotherapeutischer Versorgung.

Gibt es eine einheitliche Prüfungsordnung?

Nein. Die Durchführung liegt bei den Bundesländern und den zuständigen Gesundheitsämtern. Dauer, Gruppengröße, Prüfungsintervalle und Gebühren unterscheiden sich regional. Die Grundlage — § 2 Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz — gilt bundesweit, die konkrete Ausgestaltung ist Ländersache.

Wie viele Prüflinge bestehen die mündliche HPP?

Offizielle bundesweite Quoten werden nicht zentral veröffentlicht. Einzelstatistiken einzelner Ämter und Fachverbände nennen Durchfallquoten zwischen 50 und 85 Prozent — mit deutlicher Schwankung je nach Amt, Jahrgang und Prüferbesetzung.

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Dieser Artikel beschreibt den Ablauf der mündlichen Überprüfung auf Basis öffentlicher Quellen (Durchführungsverordnung zum HeilprG, Landesrecht der Gesundheitsämter, veröffentlichte Prüfungsprotokolle von Fachverbänden). Die konkrete Ausgestaltung kann im Einzelfall abweichen — verbindlich sind ausschließlich die Angaben des jeweils zuständigen Gesundheitsamts. HPP-Bestehen ist keine Behörde und erteilt keine Rechtsberatung.