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HPP-Bestehen

HPP-Durchfallquote 70 %: Warum — und wie du nicht dazugehörst

Die Heilpraktiker-Psychotherapie-Prüfung hat den Ruf, eine der härtesten amtsärztlichen Überprüfungen in Deutschland zu sein. Die Zahlen scheinen das zu bestätigen: Je nach Quelle liegt die Durchfallquote zwischen 50 und 85 Prozent. Dieser Artikel ordnet die Zahl ein, nennt die fünf häufigsten Gründe für das Nichtbestehen und beschreibt, was Prüflinge anders machen, die durchkommen.

Stand: 18. April 2026 · Quellen: veröffentlichte Einzelstatistiken der Gesundheitsämter, Fachverbands-Analysen (VFP u. a.), Prüfungsprotokolle einschlägiger Ausbildungsinstitute.

Durchfallquote (Schwankung)

50–85 %

je nach Amt und Jahrgang

Typisches Muster

~2 von 3

bestehen nicht im ersten Anlauf

Bundesweite Statistik

nicht zentral

Ämter veröffentlichen nur einzeln

Wiederholung möglich

unbegrenzt

aber je Versuch neue Gebühren

Was die 70 Prozent wirklich bedeuten

Eine bundesweite Statistik zur HPP-Durchfallquote gibt es nicht. Die kursierende Zahl von 70 Prozent ist eine Zusammenführung aus Einzelberichten der Gesundheitsämter, Fachverbands-Veröffentlichungen und Angaben von Ausbildungsinstituten. Die tatsächliche Spanne reicht von etwa 50 Prozent in einzelnen Ämtern bis über 85 Prozent in anderen.

Ein Teil dieser hohen Quote ist statistischer Natur: In die Zahl gehen alle Angemeldeten ein — einschließlich derer, die ohne strukturierte Vorbereitung antreten, die Anmeldung als Motivation vorziehen oder schlicht den Termin unterschätzen. Unter Prüflingen mit systematischer, mehrmonatiger Vorbereitung liegt die tatsächliche Bestehensquote spürbar höher.

Der zweite Teil ist inhaltlich: Die Prüfung verlangt drei Dinge gleichzeitig — klinisches Denken, rechtliche Einordnung und strukturierte Gesprächsführung. Wer nur auf eines dieser drei Felder vorbereitet ist, fällt in der mündlichen Prüfung auf.

Die fünf häufigsten Durchfall-Gründe

Ableitbar aus veröffentlichten Prüfungsprotokollen und den Rückmeldungen der Ämter nach Nichtbestehen.

  1. 1

    Schwache Differenzialdiagnostik

    Eine Verdachtsdiagnose ohne saubere Abgrenzung gegen ähnliche Bilder ist der häufigste Ablehnungsgrund in der mündlichen Prüfung. Wer nicht benennen kann, warum es diese — und nicht jene — Störung sein soll, wirkt unsicher.

  2. 2

    Fehlende Gefährdungsabklärung

    Suizidalität, Fremdgefährdung oder Kindeswohl werden bei depressiver, psychotischer oder Belastungssymptomatik oft nicht aktiv erfragt. In vielen Ämtern ist das ein automatisches K.-o.-Kriterium.

  3. 3

    Lückiges Rechtswissen

    HeilprG, PsychKG, BGB-Betreuungsrecht, Anzeigepflichten, Abgrenzung zu Arzt und Psychotherapeut. Wer Rechtsgrundlagen nur diffus benennen kann, fällt in der mündlichen Prüfung fast zwangsläufig auf.

  4. 4

    Unstrukturierte Gesprächsführung

    Assoziatives Erzählen statt systematischer Anamnese. Prüfer:innen wollen ein Schema sehen: Anlass, Symptome, Verlauf, Biografie, Diagnose-Abwägung, Rollen-Transparenz.

  5. 5

    Grenzen der eigenen Rolle unklar

    Wer suggeriert, alles selbst behandeln zu können, statt bei organischem Verdacht, akuter Gefährdung oder Kindeswohl an Arzt oder Psychotherapeuten zu verweisen, disqualifiziert sich in der Prüfungslogik.

Was Besteher anders machen

Fünf Muster, die sich in den Vorbereitungsberichten erfolgreicher Prüflinge wiederholen.

  • Aktives Abfragen statt passiven Lernens — etwa Karteikarten mit Spaced Repetition oder MC-Training über die gesamte Vorbereitungszeit.
  • Früh mit Fallarbeit beginnen, nicht erst in den letzten Wochen. Wer 100 Fälle gedanklich durchgespielt hat, denkt in der mündlichen Prüfung flüssiger.
  • Rechtswissen als Baustein fest einplanen, nicht als Anhang. 10–15 Prozent der Lernzeit sollten auf Gesetze und Berufskunde entfallen.
  • Laut sprechen — nicht nur im Kopf. Die mündliche Prüfung misst Artikulation, nicht nur Wissen.
  • Mindestens zwei bis drei komplette Prüfungsdurchläufe unter Zeitdruck vor der echten Prüfung absolvieren.

Genau die Dimensionen trainieren, an denen Prüflinge scheitern

HPP-Bestehen bewertet genau die fünf Bereiche, an denen die meisten Prüflinge in der mündlichen Überprüfung hängen bleiben — und gibt nach jedem Fall ein differenziertes, schriftliches Feedback.

  • Differenzialdiagnostik in freier Anamnese — nicht nur aus Multiple-Choice
  • Gefährdungsabklärung als Pflicht-Check, nicht als Kann-Item
  • Rechtliche Einordnung jedes Falls (HeilprG, PsychKG, BGB)
  • Strukturierte Gesprächsführung mit Rollen-Transparenz

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Durchfallquote bei der HPP-Prüfung wirklich?

Eine bundesweit einheitliche Statistik existiert nicht. Einzelne Gesundheitsämter, Fachverbände und Ausbildungsinstitute berichten Durchfallquoten zwischen 50 und 85 Prozent — mit deutlicher Schwankung je nach Amt, Jahrgang und Prüferbesetzung. Als grobe Orientierung gilt, dass etwa zwei von drei Prüflingen nicht im ersten Anlauf bestehen.

Warum ist die Durchfallquote so hoch?

Zum einen, weil alle Angemeldeten in die Statistik eingehen — auch diejenigen, die ohne strukturierte Vorbereitung antreten. Zum anderen, weil die Prüfung inhaltlich anspruchsvoll ist und gerade in der mündlichen Überprüfung klinisches Denken, Rechtswissen und Gesprächsführung gleichzeitig abgefragt werden.

Ist die Prüfung in manchen Bundesländern leichter?

Die schriftliche Überprüfung ist bundesweit identisch (Fragen aus Ansbach). Die mündliche Prüfung wird dezentral durchgeführt — Dauer, Prüferstil und Schwerpunkte unterscheiden sich durchaus. Ein systematisch leichteres oder schwereres Bundesland ist aber nicht belegt; die Unterschiede bestehen eher zwischen einzelnen Ämtern als ganzen Ländern.

Wie oft darf ich die Prüfung wiederholen?

Die Zahl der Wiederholungen ist gesetzlich nicht begrenzt. Pro Versuch fallen aber erneut Gebühren an (je nach Bundesland ca. 400–700 €). Viele Ämter sehen eine Mindestfrist zwischen zwei Anläufen vor — der nächste reguläre Prüfungstermin ist meist 6 Monate später.

Was soll ich nach dem Nichtbestehen tun?

Zuerst die schriftliche Rückmeldung einholen, welche Bereiche bemängelt wurden. Dann gezielt diese Themen neu bearbeiten — meist lohnt sich der Schwerpunkt auf Differenzialdiagnostik, Gefährdungslagen und Rechtswissen. Eine unmittelbare Wiederanmeldung ohne klare Gap-Analyse wiederholt in der Regel denselben Fehler.

Zählt das Ergebnis der schriftlichen Prüfung, wenn ich die mündliche nicht bestehe?

Je nach Bundesland muss bei Nichtbestehen der mündlichen Prüfung auch die schriftliche erneut abgelegt werden. Manche Ämter akzeptieren das bestandene schriftliche Ergebnis zeitlich befristet — hier lohnt sich die direkte Rückfrage beim zuständigen Gesundheitsamt.

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Die genannten Quoten basieren auf öffentlich verfügbaren Einzelstatistiken und Fachverbands-Veröffentlichungen. Eine bundesweit einheitliche Erhebung existiert nicht; die tatsächliche Quote eines bestimmten Gesundheitsamts kann abweichen. HPP-Bestehen erteilt keine Rechts- oder Prüfungsberatung.