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HPP-Bestehen

HPP-Lernplan: 6, 3 und 1 Monat Vorbereitung

Drei konkrete Pläne — je nach dem, wie viel Zeit bis zum Prüfungstermin bleibt. Jeder Plan ist auf messbare Wochenziele heruntergebrochen und kombiniert aktives Abfragen, Fallarbeit und strategische Wiederholung. Der 6-Monats-Plan ist der Standardfall, der 3-Monats-Plan ist machbar, der 1-Monats-Plan ist ein Endspurt, kein Neustart.

Stand: 18. April 2026 · Grundlage: Vorbereitungsberichte erfolgreicher Prüflinge und die lernpsychologische Evidenz zu Spaced Repetition und Active Recall.

Empfohlene Vorbereitung

6–12 Monate

bei 10–15 Stunden pro Woche

Lernstunden gesamt

ca. 300–500

je nach Vorwissen

Pensum im Endspurt

20–30 Std./Woche

letzter Monat

Erfolgsmuster

Mix schlägt Monolith

aktives Abfragen + Fallarbeit

6-Monats-Plan: der Standardweg

Pensum: 10–15 Stunden pro Woche, im letzten Monat 20–30.

  1. 1

    Fundament

    Monat 1–2
    • ICD-10-Kapitel F systematisch durchgehen — ein Block pro Woche (z. B. affektive Störungen, Angststörungen, Psychosen)
    • Karteikartensystem einrichten (digital oder analog), Spaced Repetition ab Tag 1
    • Rechtliche Grundlagen erstmalig überfliegen — HeilprG, PsychThG, BGB-Betreuungsrecht
  2. 2

    Vertiefung und erste Fallarbeit

    Monat 3–4
    • Differenzialdiagnostik-Ketten trainieren (z. B. Depression vs. Dysthymie vs. organisch)
    • AMDP-Befund sicher beherrschen — alle elf Kategorien frei abrufbar
    • Erste Patientenfälle gedanklich oder simuliert durchspielen, mit Transkript-Notizen
    • Gesetzes-Quiz-Durchläufe beginnen, Rechtswissen stabilisieren
  3. 3

    Integration

    Monat 5
    • Alle Prüfungen der letzten zehn Jahre durcharbeiten, Fehlerschwerpunkte identifizieren
    • Mündliche Prüfung simulieren — mit Zeitdruck, mit Laut-Denken, mit Rollen-Transparenz
    • Lücken gezielt schließen (aus Karteikarten-Statistik ablesbar)
  4. 4

    Endspurt

    Monat 6
    • Keine neuen Themen mehr — nur Wiederholung und gezielte Festigung
    • Zwei bis drei komplette Prüfungsdurchläufe unter Prüfungsbedingungen
    • Vor-Prüfungs-Woche: Ruhe, Schlaf, kein Über-Lernen

3-Monats-Plan: machbar, aber dicht

Pensum: 20–25 Stunden pro Woche. Setzt diszipliniertes Arbeiten und möglichst wenig Ablenkung voraus.

  1. 1

    Breiter Durchgang

    Monat 1
    • ICD-10-Kapitel F komplett in drei Wochen, eine Woche Recht
    • Tägliches MC-Training, 20–30 Fragen, Fehlerlog führen
    • Erste fünf Patientenfälle simulieren oder gedanklich durchdenken
  2. 2

    Vertiefung

    Monat 2
    • Differenzialdiagnostische Paare bewusst üben (je zwei Wochen Fokus)
    • Vier bis sechs Prüfungsjahrgänge alter Fragen durcharbeiten
    • Rechtsfragen intensiv — mindestens drei Durchläufe Gesetzes-Quiz
  3. 3

    Konsolidierung

    Monat 3
    • Mündliche Simulationen mindestens 2× pro Woche, laut, unter Zeitdruck
    • Alle bisher markierten Lücken abarbeiten
    • Letzte zwei Wochen: nur Wiederholung, keine neuen Inhalte

1-Monats-Plan: nur Endspurt

Sinnvoll nur, wenn bereits solides Grundwissen vorhanden ist. Ohne Basis ist ein Monat zu wenig — besser zum nächsten Termin verschieben.

  1. 1

    Diagnose der Lücken

    Woche 1
    • Eine komplette Übungsprüfung unter Zeitdruck absolvieren — ergibt die Schwächenkarte
    • Zwei bis drei größte Themenlücken identifizieren, daran orientiert planen
  2. 2

    Gezielte Reparatur

    Woche 2
    • Nur die identifizierten Lücken bearbeiten — nicht alles noch einmal
    • Täglich 30–50 MC-Fragen aus den Schwerpunktthemen
    • Mindestens eine mündliche Simulation
  3. 3

    Rechtswissen und Gefährdung

    Woche 3
    • Rechtsfragen auf Abruf-Niveau bringen — HeilprG, PsychKG, BGB, Kindeswohl
    • Gefährdungsabklärung in jedem simulierten Fall explizit durchgehen
  4. 4

    Ruhe und Rhythmus

    Woche 4
    • Zwei vollständige Übungsprüfungen, dann nur noch Wiederholung
    • Ab drei Tage vor Prüfung: kein neuer Stoff, Schlaf priorisieren
    • Prüfungstag: Ruhe, Frühstück, Unterlagen bereitlegen

Vier Lernmethoden mit Evidenz

Der Mix dieser vier Methoden produziert systematisch bessere Ergebnisse als lineares Wiederlesen.

Spaced Repetition

Karteikarten mit zeitverzögerter Wiederholung — das wissenschaftlich am besten belegte Verfahren für Faktenwissen. Schlägt stures Wiederlesen mit großem Abstand.

Aktives Recall

Statt Text wiederzulesen, Frage stellen und Antwort aus dem Kopf abrufen. Das Abrufen selbst stabilisiert die Gedächtnisspur stärker als wiederholtes Lesen.

Fallarbeit

Patientenfälle denken statt Themen auswendig. In der mündlichen Prüfung wird in Fällen geprüft — wer in Fällen gelernt hat, denkt flüssiger im Gespräch.

Lautes Sprechen

Alles, was in der mündlichen Prüfung gesagt werden muss, mindestens einmal laut ausgesprochen haben. Stille Gedanken sind in der Prüfung nicht abrufbar.

Der Plan wird nur besser, wenn er umgesetzt wird

HPP-Bestehen liefert die Werkzeuge für genau die Methoden, die oben empfohlen sind: Spaced Repetition über die Lernkarten, aktives Abfragen über den MC-Trainer, Fallarbeit mit 22+ KI-Patient:innen und laute Simulation in der Abschlussphase.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden muss ich für die HPP-Prüfung lernen?

Realistisch sind 300 bis 500 Stunden über die gesamte Vorbereitungszeit — bei Vorwissen aus Psychologie, Medizin oder Heilberuf entsprechend weniger, ohne Vorwissen tendenziell mehr. Verteilt auf sechs Monate entspricht das etwa 12 bis 20 Stunden pro Woche.

Reicht Selbststudium oder brauche ich eine Heilpraktikerschule?

Rechtlich ist keine Ausbildung vorgeschrieben — Selbststudium ist zulässig. Praktisch profitieren viele Prüflinge von einem strukturierten Kurs, besonders bei der mündlichen Vorbereitung und der Fallarbeit. Wer diszipliniert ist und gute Quellen nutzt, kann aber auch allein bestehen. Entscheidend ist die Methodik, nicht das Format.

Wie viele Patientenfälle sollte ich vor der Prüfung durchgespielt haben?

Als Orientierung: 50 bis 100 gedanklich oder simuliert durchgegangene Fälle aus allen prüfungsrelevanten ICD-Kategorien. Dabei jeweils: Symptome erkennen, Verdachtsdiagnose formulieren, Differenzialdiagnosen benennen, Gefährdung abklären, rechtliche Einordnung treffen. Wer diese Kette hundertmal durchgelaufen ist, wirkt im Prüfungsgespräch sichtbar souveräner.

Was ist der häufigste Fehler in der Vorbereitung?

Passives Lesen ohne aktives Abfragen. Wer sich nur durch Lehrbücher arbeitet, ohne das Wissen regelmäßig aus dem Kopf abzurufen, baut eine Illusion von Vertrautheit auf, die in der Prüfung zerbricht. Der zweithäufigste Fehler: Rechtswissen bis zum Schluss zu schieben.

Wann sollte ich mich beim Gesundheitsamt anmelden?

Wegen Wartezeiten von oft 6 bis 18 Monaten empfiehlt sich die Anmeldung parallel zum Lernstart — nicht erst kurz vor dem gewünschten Prüfungstermin. Die Anmeldung ist in der Regel formlos zurückziehbar oder verschiebbar, falls die Vorbereitung mehr Zeit braucht.

Lerngruppe ja oder nein?

Eine feste Lerngruppe von zwei bis vier Personen kann hilfreich sein, besonders für mündliche Simulationen. Mehr als vier wird chaotisch. Zentral ist: Eine Lerngruppe ersetzt nicht die individuelle Wiederholung, sondern ergänzt sie.

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Die Lernplan-Vorschläge sind Orientierungswerte, keine individuelle Coaching-Empfehlung. Der tatsächliche Zeitbedarf hängt stark von Vorwissen, beruflichem Hintergrund und Lernstil ab. Vor der Anmeldung zur Prüfung wird die Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt oder einer anerkannten Heilpraktikerschule empfohlen.