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HPP-Bestehen

Prüfung · Klassifikation

ICD-10 oder ICD-11 in der HPP-Prüfung? Was Sie wirklich lernen müssen

Seit die WHO 2022 die ICD-11 in Kraft gesetzt hat, verunsichert viele Prüflinge dieselbe Frage: Muss ich jetzt schon ICD-11 lernen? Die kurze Antwort steht gleich hier — danach ordnet dieser Artikel ein, was sich mit der ICD-11 strukturell ändert und was das für Ihre Vorbereitung bedeutet.

Stand: 1. Juli 2026 · Grundlage: WHO ICD-11 MMS (Release 2024), BfArM/DIMDI-Übersichten zur ICD-11-Einführung. Angaben zur Einführung können sich ändern; das sichtbare Stand-Datum zeigt die letzte Prüfung.

Die kurze Antwort

Lernen Sie mit der ICD-10-GM, Schwerpunkt Kapitel F. Nach aktuellem Stand verwenden die Prüfungsämter weiterhin die ICD-10 — die ICD-11 ist noch nicht prüfungsentscheidend. Ein grober Überblick über die ICD-11-Struktur ist ein Plus, aber kein Muss.

Einordnung

ICD-11 ist da — aber in der Prüfung zählt ICD-10

Die ICD-11 ist von der WHO seit dem 1. Januar 2022 in Kraft und wird weltweit schrittweise eingeführt. In Deutschland läuft die Umstellung über das BfArM (vormals DIMDI) und ist noch nicht abgeschlossen. Für die amtliche Verschlüsselung und die amtsärztliche HPP-Überprüfung bleibt deshalb die ICD-10-GM maßgeblich.

Für Sie heißt das: Die klinischen Bilder, die diagnostischen Kriterien und die Differenzialdiagnostik lernen Sie wie gewohnt entlang der ICD-10. Was sich mit der ICD-11 verschiebt, sind vor allem die Codes und die Kapitelstruktur — nicht die Symptomatik, die in der Prüfung besprochen wird.

Zum Mitnehmen

Die wichtigsten Struktur-Änderungen der ICD-11

Als Orientierung für die Zukunft — nicht als Pflichtstoff für die aktuelle Prüfung.

Eigenes Kapitel für psychische Störungen
Was in der ICD-10 das Kapitel V mit den F-Diagnosen war, ist in der ICD-11 das Kapitel 06 (Codes 6A–6E). Beispiele: Schizophrenie F20 → 6A20, mittelgradige depressive Episode F32.1 → 6A70.1, Panikstörung F41.0 → 6B01.
Schlaf-Wach-Störungen ausgegliedert
Die Schlaf-Wach-Störungen bilden in der ICD-11 ein eigenes Kapitel 07 und stehen nicht mehr bei den psychischen Störungen (F51 → 7A0Z).
Sexualität und Gender neu verortet
Sexuelle Funktionsstörungen und die Gender-Inkongruenz stehen in Kapitel 17. Gender-Inkongruenz gilt in der ICD-11 ausdrücklich nicht mehr als psychische Störung (F64 → HA60).
Persönlichkeitsstörungen dimensional
Statt der Subtypen (F60.0–F60.7) gibt es in der ICD-11 einen einzigen Code (6D10) mit einem Schweregrad-Qualifier und Trait-Domänen. Borderline wird über ein zusätzliches Muster-Merkmal abgebildet (F60.31 → 6D10.1).
Hypochondrie ins Zwangsspektrum
Die hypochondrische Störung zählt in der ICD-11 nicht mehr zu den somatoformen Störungen, sondern zum Zwangsspektrum (F45.2 → 6B23).
Somatoforme Störungen zusammengefasst
Die somatoformen Störungen werden weitgehend zur sogenannten Körperstress-Störung (Bodily Distress Disorder) zusammengeführt (F45.0 → 6C20).
Tourette wird neurologisch
Das Tourette-Syndrom steht in der ICD-11 im neurologischen Kapitel 08 statt bei den psychischen Störungen (F95.2 → 8A05.00).

Beim Lernen

ICD-10 lernen, ICD-11 im Blick behalten

Am einfachsten geht beides zugleich.

Prüfungssicher mit ICD-10 — die ICD-11 gleich mitgesehen

Lernen Sie die F-Kategorien der ICD-10, wie sie die Prüfung verlangt, und blenden Sie bei Bedarf den ICD-11-Code dazu ein.

Häufige Fragen

Muss ich für die HPP-Prüfung ICD-10 oder ICD-11 lernen?

Nach aktuellem Stand wird in der amtsärztlichen Überprüfung weiterhin überwiegend die ICD-10-GM verwendet, mit Schwerpunkt auf dem Kapitel F (psychische Störungen). Lernen Sie also mit ICD-10. Ein grober Überblick über die ICD-11-Struktur schadet nicht, ist aber nicht prüfungsentscheidend.

Seit wann gibt es die ICD-11?

Die ICD-11 ist von der WHO seit dem 1. Januar 2022 in Kraft und wird weltweit schrittweise eingeführt. In Deutschland verläuft die Umstellung über das BfArM (vormals DIMDI) und ist noch nicht abgeschlossen; für die amtliche Verschlüsselung und die HPP-Prüfung ist weiterhin die ICD-10-GM maßgeblich.

Was ist die größte Änderung von ICD-10 zu ICD-11 bei den Persönlichkeitsstörungen?

Die ICD-11 verlässt die Einteilung in Subtypen (paranoid, schizoid, Borderline usw.) und beschreibt Persönlichkeitsstörungen dimensional: über einen Schweregrad und Trait-Domänen. Der Borderline-Typ wird nur noch über ein zusätzliches Muster-Merkmal abgebildet.

Ändern sich mit ICD-11 die diagnostischen Inhalte, die ich lernen muss?

Für die Prüfung bleiben die klinischen Bilder und Differenzialdiagnosen dieselben — verschoben haben sich vor allem die Codes und die Kapitelstruktur. Solange die Prüfung ICD-10 verlangt, lernen Sie Symptomatik und Abgrenzung wie gewohnt; die ICD-11 ist eine Orientierung für die Zukunft.

Weiterlesen

Diese Seite gibt den Stand zum angegebenen Datum wieder. Die Einführung der ICD-11 in Deutschland entwickelt sich; verbindlich ist die von der jeweiligen Prüfungsbehörde verlangte Klassifikation. Nach derzeitigem Stand ist das die ICD-10-GM. Diese Information dient der Prüfungsvorbereitung und ersetzt keine Auskunft des zuständigen Gesundheitsamts.