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HPP-Bestehen

Prüfung · Mündlich

Typische Fragen der Prüfer in der mündlichen HPP-Prüfung

Was fragen die Prüfer eigentlich? Die mündliche Überprüfung ist nicht standardisiert — trotzdem wiederholen sich die Themenfelder und die Art, wie gefragt wird. Dieser Leitfaden sammelt typische Prüferfragen nach fünf Themenfeldern und gibt zu jeder eine Antwort-Strategie. Es sind keine geleakten Original-Fragen, sondern aus den Prüfungsthemen typisierte Beispiele.

Stand: 1. Juli 2026 · Grundlage: die Prüfungsthemen der amtsärztlichen Überprüfung und veröffentlichte Erfahrungsberichte. Keine offiziellen Prüfungsfragen; die Prüfung ist nicht standardisiert.

Wichtig

Es gibt keinen offiziellen Fragenkatalog für die mündliche HPP-Prüfung. Die folgenden Fragen sind typisiert — sie zeigen, wie Prüfer üblicherweise vorgehen, und ersetzen keine echte Prüfungssituation.

Themenfeld

Eröffnung & Motivation

Der Einstieg ist meist offen und soll die Struktur der Antwort testen.

Warum möchten Sie als Heilpraktiker:in für Psychotherapie arbeiten?
Strategie: Kurz und strukturiert antworten, kein Monolog: eigene Motivation plus geplanter Tätigkeitsschwerpunkt in einem, zwei Sätzen.
Was ist Ihr geplanter Tätigkeitsschwerpunkt?
Strategie: Ein konkretes Verfahren oder eine Zielgruppe benennen — und dabei im Rahmen der eigenen Befugnis bleiben.
Wie würden Sie ein Erstgespräch aufbauen?
Strategie: Das Gesprächsgerüst skizzieren: Rahmen und Schweigepflicht, offene Anamnese, gezielte Anamnese, psychopathologischer Befund, Verdachtsdiagnose, Grenzen und Sicherheit.

Themenfeld

Diagnostik & Differenzialdiagnose

Der Kern der Prüfung: eine Fallvignette systematisch durchdenken.

Was fällt Ihnen an diesem Fall auf, welche Verdachtsdiagnose stellen Sie?
Strategie: Systematisch vorgehen: auffällige Symptome benennen, Verdachtsdiagnose mit ICD-Kriterien begründen, dann mindestens eine Differenzialdiagnose.
Wie grenzen Sie eine Depression von einer Anpassungsstörung ab?
Strategie: Über das auslösende Ereignis und das somatische Syndrom: Die Anpassungsstörung setzt einen erkennbaren Auslöser voraus; Morgentief und Früherwachen sprechen für die depressive Episode.
Bipolar oder Borderline — woran machen Sie das fest?
Strategie: Am Zeitverlauf der Stimmungswechsel: reaktiv und kurzfristig (Stunden) spricht für Borderline, episodisch (Tage bis Wochen) für Bipolar II.
Ältere Person, akut verwirrt — Delir, Demenz oder Depression?
Strategie: Über Bewusstsein und Beginn: gestörtes Bewusstsein plus akuter, fluktuierender Verlauf spricht für ein Delir (Notfall), klares Bewusstsein und schleichender Beginn für eine Demenz.
Nennen Sie eine Differenzialdiagnose und begründen Sie den Ausschluss.
Strategie: Nicht nur benennen, sondern das entscheidende Unterscheidungskriterium nennen — und immer zuerst organische Ursachen ausschließen.

Themenfeld

Gefährdung & Notfall

Das wichtigste Sicherheitsthema — hier wird die Gefährdungsabklärung erwartet.

Der Patient äußert Suizidgedanken — wie gehen Sie vor?
Strategie: Direkt und ruhig ansprechen (das erhöht das Risiko nicht), Absprachefähigkeit prüfen, dokumentieren; bei akuter Suizidalität mit Plan an die ärztlich-psychiatrische Versorgung verweisen (112, ggf. Klinik).
Wann dürfen Sie die Schweigepflicht durchbrechen?
Strategie: Bei konkreter, gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben Dritter über den rechtfertigenden Notstand (§ 34 StGB); das Leben Dritter überwiegt das Geheimhaltungsinteresse (§ 203 StGB).
Was ist bei einer Unterbringung nach dem PsychKG zu beachten?
Strategie: Voraussetzung ist eine erhebliche Gefahr aufgrund einer psychischen Störung; die Unterbringung ist richterlich kontrolliert und im PsychKG des jeweiligen Bundeslandes geregelt.
Eine Patientin berichtet imperative Stimmen — was tun Sie?
Strategie: Zwingend fachärztlich-psychiatrisch abklären lassen; wer hier weiterbehandelt, riskiert ein Übernahmeverschulden (§ 630a Abs. 2 i. V. m. § 823 BGB).

Themenfeld

Recht & Befugnisgrenzen

Berufskunde — hier zählt die konkrete Rechtsgrundlage, nicht nur das Bauchgefühl.

Was darf ein:e HPP nicht?
Strategie: Keine verschreibungspflichtigen Medikamente, keine somatische Diagnostik oder Behandlung, keine Zwangsmaßnahmen — die Erlaubnis ist auf Psychotherapie beschränkt.
Welche Gesetze sind für Ihre Tätigkeit einschlägig?
Strategie: HeilprG (Erlaubnis), PsychThG (Titelschutz), BGB §§ 630a–h (Behandlungsvertrag, Aufklärung, Dokumentation), PsychKG (Unterbringung), IfSG (Meldepflicht).
Dürfen Sie sich Psychotherapeut:in nennen?
Strategie: Nein. Die Bezeichnung ist nach dem PsychThG approbierten Behandler:innen vorbehalten; zulässig ist Heilpraktiker:in für Psychotherapie.
Wie lange bewahren Sie Behandlungsunterlagen auf?
Strategie: Mindestens zehn Jahre nach Abschluss der Behandlung (§ 630f Abs. 3 BGB); fehlt die Dokumentation, greift die Beweislastumkehr (§ 630h Abs. 3 BGB).

Themenfeld

Gesprächsführung & Gegenfragen

Prüfer testen auch, wie souverän man unter Nachhaken bleibt.

Sind Sie sicher? Könnte es nicht auch etwas anderes sein?
Strategie: Nicht reflexartig einknicken: entweder begründet bei der Einschätzung bleiben oder sauber und nachvollziehbar revidieren. Gegenfragen sind oft ein Test der Standfestigkeit, nicht immer ein Hinweis auf einen Fehler.
Erklären Sie Ihren Gedankengang genauer.
Strategie: Den Denkprozess laut machen — die Kommission vergibt Teilpunkte für nachvollziehbares Vorgehen, nicht nur für das Endergebnis.
Das wissen Sie nicht?
Strategie: Nichtwissen ehrlich benennen und trotzdem ein strukturiertes Vorgehen skizzieren, statt zu raten oder sich zu verstricken.

Üben

Fragen beantworten, nicht auswendig lernen

Souveränität entsteht im Gespräch, nicht durch Textbausteine.

Die Fragen im echten Gesprächsfluss üben

Trainieren Sie die Themenfelder im simulierten Prüfungsgespräch — mit Nachfragen, Gegenfragen und differenziertem Feedback nach jedem Fall.

Häufige Fragen

Sind das die echten Fragen aus der HPP-Prüfung?

Nein. Die mündliche Überprüfung ist nicht standardisiert, es gibt keinen offiziellen Fragenkatalog. Die hier gesammelten Fragen sind aus den bekannten Prüfungsthemen und veröffentlichten Erfahrungsberichten typisiert — sie zeigen, wie Prüfer typischerweise fragen, sind aber keine geleakten Original-Fragen.

Welche Themenfelder deckt die mündliche Prüfung ab?

Im Kern fünf: die Eröffnung mit Motivations- und Schwerpunktfragen, Diagnostik und Differenzialdiagnose an einer Fallvignette, Notfall- und Gefährdungslagen, die rechtliche Abgrenzung und Berufskunde sowie die Gesprächsführung samt Nachhak- und Gegenfragen.

Wie beantworte ich eine Gegenfrage am besten?

Ruhig bleiben und nicht automatisch die eigene Antwort revidieren. Gegenfragen prüfen oft die Standfestigkeit. Bleiben Sie begründet bei Ihrer Einschätzung — oder korrigieren Sie sie nachvollziehbar, wenn die Gegenfrage tatsächlich einen Punkt trifft.

Wie bereite ich mich auf die Fragen am besten vor?

Nicht Antworten auswendig lernen, sondern in Fällen denken. Wer viele Fallvignetten durchgespielt und die Differenzialdiagnostik, Gefährdungsabklärung und rechtliche Einordnung laut geübt hat, wirkt im Gespräch souveräner als jemand, der Textbausteine abruft.

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Die mündliche Überprüfung nach dem Heilpraktikergesetz ist nicht standardisiert; es existiert kein offizieller Fragenkatalog. Die hier gesammelten Fragen sind aus den bekannten Prüfungsthemen und veröffentlichten Erfahrungsberichten typisiert und dienen ausschließlich der Vorbereitung. Sie sind keine echten Prüfungsfragen und keine Behandlungs- oder Rechtsberatung im Einzelfall.